Die integrative Kraft des Sports wird in Sonntagsreden immer wieder beschworen und in politischen Programmen häufig bemüht. Im Nationalen Integrationsplan wurde dem Vereinssport gar ein eigenes Kapitel gewidmet.
Der erste türkisch geprägte Sportverein in Deutschland (Türkspor Berlin) gründete sich bereits 1965. Seitdem haben sich mehr als hundert ähnliche Vereine gegründet, viele allerdings auch wieder aufgelöst. Folgt man der hier grundlegenden Definition, dass ein türkisch geprägter Fußballverein sich dadurch kennzeichnet, dass er im Namen Bezug zur türkischen Nation, Kultur, Region oder Religion nimmt, dann nehmen im Ruhrgebiet und in Berlin insgesamt 75 Fußballvereine türkischer Prägung aktiv am regulären Ligenbetrieb teil: 50 im Ruhrgebiet und 25 in Berlin.
Gerade im Fußballverein ist man zwangsläufig darauf angewiesen, mit anderen Vereinen und Organisationen in Kontakt zu treten – in erster Linie auf dem Spielfeld. Nicht selten führen diese Kontakte zu Konflikten. Der Wettkampf stellt eine soziale Beziehung dar.
Warum gründet man einen Fußballverein? Diese Frage mag zunächst überflüssig erscheinen, denn wer einen Fußballverein gründet, der will Fußball spielen. Dies gilt in aller Regel auch für die hier untersuchten Vereine, erklärt jedoch auf den ersten Blick nicht, warum sich so viele zusätzliche Fußballvereine türkischer Prägung neben bereits vielen existierenden gründen.
Sind türkische Fußballvereine eine Sonderform der Migrantenorganisation? Verschiedene Forschungstraditionen geben verschiedene Antworten. Dieses Working Paper verortet türkische Fußballvereine in der wissenschaftlichen Diskussion.
Quantitativ oder qualitativ? Diese Frage wird mittlerweile weniger ideologisch, als vielmehr forschungspragmatisch diskutiert, und ist demnach von Fall zu Fall entsprechend dem jeweiligen Forschungsinteresse zu beantworten.
Jeder, der schon einmal in der Fremde gelebt hat, weiß soziale Beziehungen zu schätzen. Verwandte, Freunde und Bekannte sind erste Anlaufstellen. Sie helfen bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche. Sie ermöglichen finanzielle Unterstützung. Sie helfen, das Erlebte in Gesprächen und Diskussionen zu verarbeiten. Sie erleichtern die Ankunft in der fremden Stadt bzw. in einem fremden Land.
Neben der Zivilgesellschaft und dem 3. Sektor ist der Sozialkapitalbegriff einer der Karrierebegriffe der jüngeren Politikwissenschaft. Dabei hat der Begriff, wie die Idee dahinter, eine mehr als 100 jährige Geschichte.