In Frankfurt am Main wurde das »Frankfurter Institut für empirische Migrations- und Integrationsforschung« gegründet, mit einem Schwerpunkt zu Integration und Fußball.
Integration durch Kampf? Das passt nicht wirklich zusammen, würde man vorschnell behaupten. Der Ethnologe Christian Oehmichen hat in seiner Dissertationsarbeit die Integrationsfähigkeit von Kampfsportarten untersucht und kommt zu einem differenzierteren Bild, wie er in einem kurzen Interview im Deutschlandfunk berichtete.
Das EM-Qualifikationsspiel Türkei-Deutschland entschied (wieder einmal) die DFB-Elf für sich. Der Wettstreit um die besten deutsch-türkischen Nachwuchsfußballer ist ausgeglichener. Mal kann der DFB, mal der türkische Verband einen Erfolg verzeichnen.
Wearefootball.org – auf diese Homegage von Wissenschaftlern und Fußballbegeisterten in Frankreich hat mich Ivan Gastaut, MIgrationshistoriker an der Universität von NIzza und Kurator einer Ausstellung zu Fußball und Migration in Paris, bei einem Treffen in Paris hingewiesen. Dort werden Geschichten und Annekdoten rund um die Themen Fußball und Diversität gesammelt, wie schon im Untertitel Cultures – Mémoires – Histoires suggeriert.
Über knapp zwei Jahre haben wir zu türkisch geprägten Fußballvereinen geforscht. Die Eindrücke und Ergebnisse sind nun (nach der Buchpublikation) auch in einem Radiobeitrag festgehalten.
Zur Fußball-WM ist im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) die Studie von Nina Degele und Caroline Janz mit dem Titel »Hetero, weiß und männlich? Fußball ist viel mehr!« erschienen, welche nicht nur die integrative Wirkung des Fußballs betont, sondern die Ausgrenzung nach Geschlecht, Ethnie und sexueller Orientierung thematisiert.
Die integrative Kraft des Sports wird in Sonntagsreden immer wieder beschworen und in politischen Programmen häufig bemüht. Im Nationalen Integrationsplan wurde dem Vereinssport gar ein eigenes Kapitel gewidmet.
Ein neuer Sammelband zum Themenkomplex Migration, Integration und Sport wurde von Tina Nobis und Sebastian Braun herausgegeben. Darin sind auch Beiträge zu ethnisch geprägten Sportvereinen enthalten, u.a. von Sebastian Braun und Silvester Stahl.
Die Zeitschrift Hommes & Migrations widmet sich in ihrer Januar-/Februarausgabe den Grenzen des Sports: »Les frontières du sport. Diversité des contextes depuis l’entre-deux-guerres«.
In der Reihe »Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster« (Reihe VII Band III) ist eine Zusammenfassung unserer ersten Forschungsergebnisse zu türkisch geprägten Fußballvereinen im Ruhrgebiet und in Berlin erschienen.
Die Wanderausstellung »Tatort Stadion 2« zum Thema Diskriminierung und Rassismus im Fußball.
Der erste türkisch geprägte Sportverein in Deutschland (Türkspor Berlin) gründete sich bereits 1965. Seitdem haben sich mehr als hundert ähnliche Vereine gegründet, viele allerdings auch wieder aufgelöst. Folgt man der hier grundlegenden Definition, dass ein türkisch geprägter Fußballverein sich dadurch kennzeichnet, dass er im Namen Bezug zur türkischen Nation, Kultur, Region oder Religion nimmt, dann nehmen im Ruhrgebiet und in Berlin insgesamt 75 Fußballvereine türkischer Prägung aktiv am regulären Ligenbetrieb teil: 50 im Ruhrgebiet und 25 in Berlin.